Samstag, 3. Mai 2014

Gertrud Scherf Wolfsjagd

Gertrud Scherf: Wolfsjagd


Gertrud Scherf: Wolfsjagd. eBook Kindle

Gertrud Scherf
Wolfsjagd
eBook Amazon Kindle

Eine mysteriöse Geschichte um das Verschwinden eines Wolfsforschers ...

Kurze Leseprobe

Vielleicht hätte ich mit mehr Mut das Unheil abwenden können. Hoffentlich kann ich es noch jetzt vertreiben, da ich endlich weiß, was geschehen ist.

Als alles anfing, in dieser Nacht kurz vor Weihnachten – vielleicht hatte es schon früher angefangen – wollte ich kein Drama aus einem Ereignis machen, das für Christian offenbar nur geringe Bedeutung hatte. Er war an diesem Abend nicht nach Hause gekommen, telefonisch hatte ich ihn weder in seinem Büro noch mobil erreicht. Als es schon so viele Stunden dunkel war und ich nicht mehr annehmen konnte, dass er noch im Gelände arbeitete, ging ich ihn suchen. Gegen den Wind, der mir große nasse Schneeflocken ins Gesicht trieb, rannte ich die Straße zum Enzersattel hinauf und von dort aus weiter zur Loislalm. Auf dem sogenannten Luchspfad kam mir Christian im Schneegestöber entgegen. Er schien nicht überrascht, dass ich da war, erklärte nicht, warum er da war, antwortete nicht auf meine Fragen. Auf dem Weg nach Hause sagte er nur, dass ihm sehr kalt sei. Im Licht des Hausflurs erschreckten mich seine ungewöhnliche Blässe und die dunklen Schatten unter den Augen. Flüchtig nahm ich einen fremden Geruch wahr.

Während Christian duschte, wärmte ich den Linseneintopf auf. Als ob nichts gewesen wäre, begann er später beim Essen von anderen Dingen zu reden, und ich ging darauf ein und beschloss, ihm nicht weiter lästig zu fallen.

Ich vermutete damals, dass der Vorfall etwas mit Christians Überarbeitung zu tun hatte. Das Dachsprojekt, das er leitete, sollte eigentlich schon abgeschlossen sein, aber es waren Probleme aufgetaucht – der wissenschaftliche Mitarbeiter hatte gekündigt, die Datenerhebung war nicht so gelaufen, wie Christian sich das vorgestellt hatte, Tommer, sein Chef, versuchte immer wieder, eigene Vorstellungen einzubringen, ohne sich um die Durchführbarkeit zu kümmern. Dass die anderen Forschungs- und Informationsaufgaben weiterlaufen mussten, war selbstverständlich, und Christian versuchte allem gerecht zu werden. Er hatte seit vielen Wochen Schlafstörungen und manchmal erwähnte er Magenbeschwerden und Kopfschmerzen.

In den Tagen nach diesem Abend fiel mir eine Geistesabwesenheit auf, wie ich sie bisher an meinem Mann nicht erlebt hatte. Wenn ich ihn ansprach, schien er oft Mühe zu haben, seine Gedanken von weither zurückzuholen und das Gesagte aufzunehmen.

Dass er auch jetzt noch an dem Wolfsaufsatz arbeitete, mit dem es doch keine Eile hatte, verstand ich nicht. Christian war um die Zeit des Sommerurlaubs eher zufällig auf die Thematik gestoßen und seither beschäftigte er sich mit der Geschichte der Wölfe in unserer Gegend. Er hatte viel Literatur gesammelt und wollte einen Artikel schreiben. Ich meinte, dass er sich zu viel zumutete, aber er erklärte, dass er neben der Berufsarbeit noch ein geistiges Hobby bräuchte. Dachse und Wölfe also. Schon im Herbst fiel mir auf, dass Christian eigentlich mehr über Wölfe sprach als über Dachse, und ich muss zugeben, dass ich mich selbst nach und nach für die Wolfsthematik erwärmte. Auf Christians Schreibtisch hatte ich ein Buch „Wolfsmythos“ entdeckt und ihn gebeten, es mir zu leihen. Zunehmend fasziniert las ich Wolfssagen, Wolfsmärchen und Abhandlungen über den Wolf im Volksglauben. Christian dagegen, der sich als strenger Naturwissenschaftler sah, schätzte diese Seite der Wolfsthematik nicht besonders und vertrat die Auffassung, dass die abergläubischen Vorstellungen der Menschen ihren Teil zur Ausrottung des Wolfs beigetragen hätten.

Zwischen Weihnachten und Neujahr hatte Christian Urlaub. Es war kein richtiger Urlaub, da er jeden Tag einige Stunden am PC saß und täglich ins Gelände ging, um die Baue auf Aktivitätsspuren der Tiere zu untersuchen. Dachse sind keine Winterschläfer, sondern Winterruher, deshalb verlassen sie auch im Winter immer wieder einmal ihren Bau. Trotz Fotofallen und Radio-Telemetrie, so hatte mir Christian erklärt, waren die unmittelbare Betrachtung der Spuren und die Beobachtung der Tiere in der Wildtierforschung unersetzlich. Wenn Christian mich aufforderte, begleitete ich ihn in diesen Tagen bei manchen Geländegängen. Ich hatte Ferien und bemühte mich, ihm die Zeit ruhig und angenehm zu machen. Er schien sich auch wirklich ein wenig zu erholen.

An einem Abend saßen wir bei Spinat-Tarte und sizilianischem Merlot am Küchentisch. Regen und Sturm bogen die Bäume vor dem Fenster und zerrten an den Zweigen. Ein Ast des großen Apfelbaums schlug gegen die Fensterscheibe. An solchen Tagen, wenn man in unserem Haus Regen und Wind, aber sonst kaum Geräusche von außen hört, stelle ich mir gern vor, weit weg von anderen Menschen zu sein oder in einer früheren Zeit zu leben.

Plötzlich sagte Christian: „In einer solchen Nacht mit Regen und Sturm haben sie den letzten Wolf erlegt. Das war im Januar 1765. Über Wochen waren sie hinter ihm her, aber er war für sie zu schlau. Sie hätten ihn auch am Schluss nicht erwischt, wenn er es nicht gewollt hätte.“

„Wie meinst du jetzt das?“, fragte ich, aufgeschreckt durch den letzten Satz.

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Stichwörter: Kurzgeschichte, Erzählung, Mystery, mysteriöse Geschichte, Wolf, Wölfe, Aberglaube, Spannung, kindle-eBook, epub-eBook,

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Unsere Empfehlungen.

Dienstag, 20. August 2013

Ein Lobgesang auf meine guten Gene

Eine haarige Kurzgeschichte

Ronald Henss: Ein Lobgesang auf meine guten Gene. eBook Amazon Kindle

Ronald Henss
Ein Lobgesang auf meine guten Gene

Dr. Ronald Henss Verlag
eBook Amazon Kindle

Kurze Leseprobe

Als ich nach unten blickte, packte mich die Panik. Nein, das konnte nicht sein! Nein, das durfte nicht sein! Aber ich sah es doch mit eigenen Augen: Das waren nicht nur acht, neun oder zehn. Nein, das waren mehr. Das waren viel mehr. Das waren ... neunzehn, zwanzig, einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, vierundzwanzig. Ja, vierundzwanzig. Vierundzwanzig Stück. Nein, das konnte nicht sein.

Ich zählte noch einmal nach ... zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, vierundzwanzig. Wieder vierundzwanzig. Noch einmal ... zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, vierundzwanzig. Nein, es gab nichts dran zu rütteln. Es waren vierundzwanzig. Und es blieben vierundzwanzig. Punkt. Aus. Vierundzwanzig Stück!

Ich konnte es nicht fassen. Vierundzwanzig! Jawohl, vierundzwanzig! Im Waschbecken lagen vierundzwanzig Haare. Vierundzwanzig Haare von mir. Unverkennbar. Genau meine Länge. Genau meine Farbe. Von wem auch sonst? Hier war ja niemand außer mir.

Vierundzwanzig. Kein Zweifel war möglich. Also zählte ich noch einmal. Wieder vierundzwanzig. Ich konnte zählen so oft ich wollte; jedes Mal dasselbe niederschmetternde Ergebnis: Vierundzwanzig! Ein einziges Mal Kämmen und vierundzwanzig Haare unwiederbringlich verloren.
Ich war zerstört. Ich war am Ende. Ich war erledigt.

Erst der Blick in den Spiegel gab mir meinen Lebensmut zurück. Nein, da war nichts zu sehen. Nichts. Gar nichts. Keine Spur. Da fehlte kein einziges Haar. Immer noch derselbe dichte Haarschopf wie vor dem Kämmen. Mein Haar, mein ganzer Stolz - es war dicht und voll wie eh und je. Da fehlte nichts. Absolut nichts.

Und wenn schon. Was sind schon vierundzwanzig Haare? Der Durchschnittsmensch hat mehr als hunderttausend Haare auf dem Kopf. - Wenn! Ja, wenn er nicht zu den Glatzköpfen gehört. Zu diesen bedauernswerten Kreaturen, denen das Schicksal die übelste Strafe auferlegt hat, die einem Menschen zuteil werden kann.

Aber davon war ich Gott sei Dank verschont.

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Stichwörter: Kurzgeschichte, Haare, Haarausfall, Glatze, Glatzkopf, Haargeschichte, Humor, witzige Kurzgeschichte, eBook, Kindle eBook, lustige Geschichte, haarige Geschichte
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Unsere Empfehlungen.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Birge Laudi: Der Blutwurstkönig

Birge Laudi Schweinernes und Sauerkraut - Essgeschichten
Der Blutwurstkönig
© Birge Laudi



Alfred Ledermann, Hauptkommissar bei der Kriminalpolizei, überflog wie jeden Morgen die Regional Post.
„Der König ist tot – Es lebe der König!“, stand in dicken Lettern über dem Foto eines vierschrötigen Mannes mit einem Kranz aus Würsten um den Hals.
„Hoch lebe der Blutwurstkönig Egon I.! Bereits zum zweiten Mal ist der Metzgermeister und Gastwirt aus Strassl zum Blutwurstkönig gewählt worden. Sein Rezept für die hervorragende Blutwurst …“
Mein Gott, die Leute haben Sorgen! Seufzend warf Ledermann die Zeitung seinem Kollegen Bruno Schnapp auf den Tisch und machte er sich an tägliche Arbeit. Später sollte er es bereuen, die Zeitung nicht ausgiebiger studiert zu haben.
In dem Dörfchen Strassl ging derweilen alles seinen gewohnten Gang. Der Kleinbauer, Gastwirt und Metzgermeister Egon Feist schlachtete an jedem Dienstag. Erst hörten die Dörfler ein Schwein in Todesangst quieken, dann das kurze, trockene Plopp des Bolzenschussapparates und danach trat Egon aus der offenen Tür des Schlachthauses auf den Hof, um eine Zigarette zu rauchen. Seit Jahren war das so, und war das Quieken des Schweins verstummt, setzten die Hausfrauen einen Topf mit Sauerkraut auf den Herd, denn es würde mittags frische Blutwurst mit Kraut geben.
Auch Annemarie, Egons Eheweib, stellte dann das Sauerkraut auf, heizte den Wurstkessel an und rüstete alles für einen hektischen Tag in der kleinen Gaststätte. Dienstags gab es Schlachtschüssel beim Feist und das war weit im Umkreis bekannt.
Hilfe an den Schlachttagen bekam Egon von Willi Windheim, einem Herumtreiber ohne feste Anstellung. Der Annemarie ging Dorothee, die Tochter der Witwe Marga Lauscher, zu Hand. Dorothee war jung, hübsch und fröhlich, und Egons Ehefrau stand neidisch und misslaunig in Dunst und Hitze am Wurstkessel, während Dorothee in der Wirtsstube kicherte und gickelte. Dorothees Freund, den Jung-Metzger Frieder Sauer aus der Stadt, plagte an diesen fröhlichen Dienstagen die Eifersucht und obendrein quälte ihn der Neid auf Egon. Wegen der Blutwurst. Die Dorfbewohner liebten diese kleinen Dramen, die allwöchentlich die Blutwürste würzten und das Kraut abschmeckten. Das schwere Dunkle, das reichlich floss, ließ die Geschichtchen und Vermutungen in den Hirnen blubbern wie die Würste in der Metzelsuppe.
Wieder war Dienstag, wieder quiekte ein Schwein. Es machte das bekannte Plopp, und Erna Wiesel setzte den Sauerkrauttopf auf den Herd. Dann aber war plötzlich alles anders. Vom Fenster aus sah sie, wie ein Schwein aus dem Schlachthaus schoss, über den Hof rannte und sich auf der Dorfstraße davonmachte. Gleichzeitig hörte sie, wie Egons Auto startete und schon kam es um die Ecke geschossen. Doch wohin fuhr der Egon und warum trug er eine Sonnenbrille? Ohne auf das Schwein zu achten, raste der Metzger mit quietschenden Reifen aus dem Dorf hinaus Richtung Kreisstadt. Erna Wiesel zog das Kraut vom Herd und rannte zur Nachbarin Lauscher.
„Marga, ist deine Dorothee daheim?“, rief sie schon von Weitem. „Sie soll doch mal rüberschauen zum Egon. Irgendwas stimmt da nicht.“
„Was soll denn sein?“, fragte Dorothee, die mit ihrer Mutter an die Türe kam. „Es ist doch alles wie jeden Dienstag. Wenn ich jetzt rüber geh und den Egon beim Ausbluten und Zurichten der Sau störe, dann ist er mit Recht sauer auf mich.“
Eindringlich fasste Erna Wiesel die Dorothee am Arm.
„Es ist eben nicht alles wie immer. Das Schwein ist abgehauen und der Egon ist mit einer Sonnenbrille auf der Nase im Auto weggefahren. Aber nicht dem Schwein hinterher, sondern in Richtung zur Stadt.“
Nachdem auch Marga Lauscher schnell das Sauerkraut vom Herd gezogen hatte mit den Worten „Heut gibt’s dann wohl keine frische Blutwurst“, erklärte sich Dorothee bereit, ins Schlachthaus hinüber zu gehen. Das mit der Sonnenbrille fand auch sie ungewöhnlich.
Marga und Erna sahen der Dorothee hinterher, wie sie über den Hof zum Schlachthaus ging. Die Türe stand weit offen wie immer, wenn Egon schlachtete. Dorothee verschwand in dem Gebäude – und dann ertönte ein gellender Schrei.
Erna fasste Marga am Ellbogen. „Los, komm! Da ist was passiert!“
Gemeinsam rannten sie über den Hof zum Schlachthaus. Im trüben Licht einer nackten Glühbirne stand schreckensbleich die Dorothee. Sie presste sich die Hand vor den Mund und deutete stumm in die dunkle Ecke hinter dem offenen Türflügel. Dort lag Egon unter dem gerahmten Spruch „Das Ende des Schweins ist der Anfang der Blutwurst“. Egon lag auf dem Rücken und in seiner linken Schläfe klaffte ein Loch, aus dem ein wenig Blut sickerte. Mit seiner rechten Hand umklammerte er das Bolzenschussgerät.
Die beiden Frauen standen starr neben der Dorothee, die zu schluchzen begann. Als sie endlich begriffen, dass Egon tot war, begannen Erna und Marga zu schreien.
„He, was ist denn da los?“ Willi Windheim kam aus der Wirtsstube gerannt. „Was plärrt ihr denn so?“
Dann sah er Egon.
„Ach, du mein Schreck! Und die Annemarie ist nicht da. Die ist wie der Teufel mit dem Auto abgehauen, nachdem sich die beiden gestritten hatten.“
Er zückte sein Handy und rief die Polizei. Er nickte, sagte: „Zu Diensten, der Herr“, und dann zu den Frauen: „Ihr sollt nichts anfassen und die Türe abschließen. Später brauchen euch die Kriminaler als Zeugen.“
„Der spielt sich was auf.“ Empört vor sich hinredend ging die Wiesel hinüber in ihr Haus. „Hat nix, tut nix und hockt bloß im Wirtshaus. Tät mich nicht wundern, wenn der was mit der Sache zu tun hat.“
Marga und Dorothee versperrten die Schlachthaustür und Willi Windheim postierte sich vor dem Haus. Er genoss seine Rolle, spielte sich gerne vor den einfachen Dörflern auf. Endlich kamen die Kriminalbeamten.
„Was treiben Sie sich hier herum“, herrschte ihn Bruno Schnapp an. „Wer sind Sie überhaupt?“
Willi machte eine ironische Verbeugung und sagte gedehnt: „Willi Windheim, zu Diensten. Ich bewache die Türe, damit kein Ungebetener hereinkommt. Wie Sie mir am Telefon befohlen haben.“
„Gut, wir sprechen uns noch, Herr Windheim. Ach, wo wohnen Sie eigentlich?“
„Mal hier, mal da.“
„Und hier?“
„Hier helfe ich manchmal aus.“
Er führte die Beamten durch den Flur nach hinten in die Schlachtkammer. Dort war es dämmrig. Die von Fliegen umsummte Glühbirne schickte ihr mattes Licht auf den gerahmten Spruch an der Wand.
Ledermann las: „Das Ende des Schweins ist der Anfang der Blutwurst“, und Willi sagte: „Das hat er anlässlich seiner Wahl zum Blutwurstkönig bekommen. Stand ja in der Zeitung.“
Inzwischen hatten sich die Augen der Beamten an das Dämmerlicht gewöhnt und sie sahen die Gestalt in der Ecke hinter der offenen Tür liegen.
„Der König ist tot – es lebe der König!“ Windheim zitierte mit Theatralik.
„Was haben Sie da gesagt?“
„Stand in der Zeitung. Wie’s halt so laufen kann, wenn ein König stirbt. Auch wenn es nur ein Blutwurstkönig ist.“
„Und wer ist der neue König?“
„Nun, ich nehme an, dass der Zweitplazierte aufrücken wird.“
„Und wer ist der Zweitplazierte?“
„Das ist der Verlobte von der Dorothee.“
„Name?“
„Frieder Sauer.“
„Adresse?“
„Die weiß ich nicht, da müssen Sie schon die Dorothee fragen.“
„Und wer ist diese Dorothee?“
„Die hilft hier genau wie ich an Schlachttagen aus. Sie hat den Egon gefunden.“
„Ist der Metzger nicht verheiratet?“
„Doch. Mit der Annemarie. Aber die ist heut früh weggefahren. Sie hatte sich mit dem Egon gestritten.“
„Sie wissen doch sicher, wo diese Dorothee wohnt – könnten Sie sie holen?“
„Zu Diensten, mein Herr“, sagte der Windheim mit einer Verbeugung. Das war ein Tag nach seinem Geschmack. Ein paar Intrigen spinnen, ein paar Verdächtigungen fallen lassen; er würde seine spezielle Würze schon in diese Metzelsuppe mixen.
Mit Erna Wiesel, Marga Lauscher und der Dorothee im Schlepptau kam er zurück in die Gastwirtschaft.
Inzwischen hatten die Kriminalbeamten im Schlachthaus mit der Spurensicherung begonnen. Ein Selbstmord war bereits ausgeschlossen worden. Egon hielt das Bolzenschussgerät in der rechten Hand, die tödliche Wunde aber befand sich an der linken Schläfe. Es war entweder ein Unglücksfall unter Beteiligung einer zweiten Person oder es war Mord.
Nach einem ersten Überblick kamen für Ledermann sechs Personen als Täter in Frage: die Ehefrau Annemarie, nach der nun gefahndet wurde, der Gelegenheitsarbeiter und Wichtigtuer Willi Windheim, die Aushilfskraft Dorothee Lauscher und ihr Verlobter der Jungmetzger Frieder Sauer, der seit zwei Jahren glückloser Zweiter bei der Wahl zum Blutwurstkönig war und im Augenblick unauffindbar. Er wurde ebenfalls zur Fahndung ausgeschrieben. Dann war da noch Marga Lauscher, 52, Witwe und Mutter der Dorothee, die nichts gehört und nichts gesehen hatte, und Erna Wiesel, 48 Jahre, die nach ihren Angaben erst einen Knall gehört und dann ein Schwein gesehen hatte, das aus dem Schlachthaus lief und den Egon Feist mit Sonnenbrille, wie er im Auto wegfuhr.
Jede der sechs Personen stand in irgendeiner Weise mit Egon Feist in Verbindung und konnte ein Motiv für einen Mord haben.

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Birge Laudi Schweinernes und Sauerkraut - Essgeschichten
Birge Laudi
Von Schweinernem und Sauerkraut
eBook Amazon Kindle Edition

Auch wenn oftmals verteufelt, so gehört Schweinefleisch zu den seit alters begehrten Eiweißlieferanten. Nicht nur das schiere Fleisch, veredelt als Schnitzel oder fränkisches Schäferle, kleingeschnitten als Gulasch oder zu Hackfleisch zertrümmert, sondern auch in seiner haltbareren Form als Würste aller Art erfreut und ernährt mancher Unkenrufe zum Trotz das Schwein viele Menschen. Wird das Fleisch in Maßen und mit Sauerkraut als Beilage genossen, so ist es eine bekömmliche und gesunde Mahlzeit. Dass sie neben Genuss auch mit schändlichen Worten oder Taten einhergehen kann, ist in diesen Kurzgeschichten nachzulesen.
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Stichwörter
Birge Laudi, Essgeschichten, Essen, Trinken, Schweinefleisch, Sauerkraut, Kurzgeschichten, Völlerei, Krimi
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eBooks von Birge Laudi in der Amazon Kindle Edition

Montag, 29. Juli 2013

Mystery-Krimi - Ina May: Das Grab im See

Ina May: Das Grab im See. Mystery-Krimi. Kindle eBook
Das Grab im See
© Ina May

Zur Orientierung: Philipp Mellinghaus, verwöhnter Spross stinkreicher Eltern, hat eine nette Bekanntschaft gemacht und verspricht sich nun ein Liebesabenteuer. Für diesen Abend hat er sich unerlaubterweise den Maserati seines älteren Bruders "ausgeliehen" ...

„Das muss dann wohl doch an dem Wagen liegen“, meint sie jetzt aus heiterem Himmel, „ich glaube, ich kenne den Maserati – es war allerdings zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort.“ Liliane legt eine Hand auf meinen Oberschenkel und ich werde dieses komische Gefühl nicht los. Was versucht sie mir zu sagen?
Ich biege langsam in unsere Auffahrt ein und halte vor dem klassischen Springbrunnen, von dem ein leises Plätschern zu vernehmen ist. Ich mag diesen Brunnen, er wirkt beruhigend. Meistens jedenfalls.
„Ich würde gerne zum See hinuntergehen, vielleicht können wir uns ein Boot nehmen und ein Stück weit hinaus rudern ...“
Sie sieht mich erwartungsvoll an. Sie sagt, sie kennt den Maserati, und jetzt weiß sie sogar, dass sich auf dem Grundstück ein großer See befindet; ich bin einigermaßen sprachlos.
„Sicher, wenn du möchtest. Ich bin ein ganz passabler Skipper!“, sage ich und klinge dabei längst nicht mehr so lässig.
Ich biete ihr meinen Arm an, wie ich das gelernt habe, und wir spazieren zum See. Die Nacht ist warm und ein paar Glühwürmchen kreuzen unseren Weg.
Mir ist auch ganz schön warm.
Jemand hat eines der Boote an dem kleinen Strand zurückgelassen, also ziehe ich meine Schuhe aus und bugsiere das Boot ein Stück weit ins Wasser. Liliane springt behände hinein und ich lasse die Schuhe Schuhe sein und springe ihr hinterher.
Die Ruder zerteilen beinahe lautlos das Wasser und ich bringe uns hinaus auf den See, über dem hell der Mond leuchtet.
Romantik kommt mir in den Sinn, Ewigkeitsaugenblicke, ihr seidiges Haar an meiner Wange (nun ja, noch nicht, aber es könnte ja sein, dass ...), ein Flattern überall, mein Kopf in den Wolken, mein Lächeln so breit wie der Mond ...
„Und, kommt dir der Name bekannt vor?“, erkundigt sich meine Begleitung und ihr Ton ist ein wütender.
Rüde werde ich vom Mond wieder zurück ins Boot katapultiert.
„Wie bitte?“, frage ich, weil ich zum Teufel noch mal nicht sicher bin, was sie von mir will. Ich kann mich nicht erinnern, sie vorher schon einmal irgendwo gesehen zu haben, geschweige denn etwas anderes.
Und doch scheint sie mir genau das unterstellen zu wollen.
Wo läuft der Abend hin? Ist sie eine von denen, die ... ja, was?
Sich an einen hängen, der nach Geld riecht. Geht es um sexuelle Belästigung? Igitt, so einer bin ich doch nicht!
„Wir hatten noch nicht das Vergnügen ...“, gebe ich zurück und ganz allmählich beginnt der Abend mir zu missfallen.
„Du vergewaltigst und tötest jemanden und kannst dich anschließend nicht einmal mehr an den Namen erinnern?“ Sie steht ganz plötzlich auf und das kleine Boot wackelt durch die Bewegung gefährlich. Ich will eigentlich nach Luft schnappen, aber die bleibt mir irgendwo im Hals stecken.
„Was???“ Ich bin mit einem Mal verdammt atemlos. Ich glaube, ich kreische sogar ein bisschen.
„Liliane Hellwig; das blonde Mädchen, das ihr vor einem Monat hier im See versenkt habt, na, kommt die Erinnerung allmählich zurück, oder gehört das etwa zu deinen Hobbys – nackte Mädchen im See verschwinden zu lassen?“ Sie speit mir die Worte geradewegs ins Gesicht.
Ich habe verstanden, dass sie nicht Liliane heißt, aber alles andere ... Himmel noch mal. Sie hält mich für einen ... einen ... eben einen solchen; und doch steigt sie zu mir ins Auto und danach in ein Ruderboot? – Ist die noch zu retten?
„Würdest du mir bitte erklären ...“, setze ich an, komme aber nicht weiter, weil sie fuchsteufelswild herumgestikuliert.
„Ach, du Unschuldsengel ... willst du mich jetzt auch umbringen? Ich habe dich gesehen und ich werde aller Welt davon erzählen, Phillip Mellinghaus!“
Also, das halte ich jetzt für eine massive Drohung. Die spinnt doch!
„Das reicht!“, erkläre ich, weil es das wirklich tut. „Ich habe niemanden umgebracht. Eine Leiche im See ... was willst du denn von mir? Geld?“
Es ist der erste Gedanke, der mir dabei kommt, wie sollte ich auch nicht daran denken. Sie versucht, mich zu erpressen, womit, weiß ich allerdings noch nicht, doch ich scheine genau das Falsche gesagt zu haben, denn ihre Hände fliegen in meine Richtung; ich muss ausweichen, um keinen Schlag abzubekommen. Die Dame ist zu einer echten Furie mutiert. Wirklich schade, wo die Nacht so angenehm begonnen hat.
„Du Mörder, Mörder, Mörder!“, kreischt sie wie von Sinnen.

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Ina May: Das Grab im See eBook Amazon Kindle

Ina May: Das Grab im See. Mystery-Krimi. Kindle eBook

Ina May
Das Grab im See

eBook Amazon Kindle Edition

Phillip Mellinghaus will nur einen netten Abend verbringen, aber plötzlich beschimpft ihn seine hübsche Begleiterin als Mörder. Am Ende der Nacht ist tatsächlich jemand tot und voller Panik begräbt Phillip die Leiche auf seinem Grundstück. Doch manches Mal kommen sie wieder ...
Mystery, Crime und Schwarzer Humor
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Krimi, Mystery, Humor, eBook, Amazon Kindle

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Donnerstag, 25. Juli 2013

Karin Reddemann: Rosen für Max

Karin Reddemann: Rosen für Max


Rosen für Max
© Karin Reddemann

Manchmal zerplatzt mein Freund Max heute noch in meinen Träumen. Ich sehe, wie er in dieser lausig kalten Dezembernacht mit seinen dünnen Ärmchen in der Luft rudert. Ein alberner kleiner Engel, unselig mutiert, ohne Flügel, ohne Chancen, der einfach so aus seiner Wolke purzelt. Sein schäbiges Blouson bläht sich auf, als würde ein verwaschener Ballon aus seinem Rücken wachsen, irgendein verdammter Ballon, der ihn vielleicht nach oben ziehen könnte. Aber da will Max gar nicht hin. Er ist ein cleverer Bursche, der das Gesetz der Schwerkraft kennt, und er ist damit einverstanden, dass es grundsätzlich funktioniert.

Vermutlich war ich noch bei den Jungs, als Max zerplatzte. Wir waren sturzbetrunken und schamlos, und wir grölten grausam sinnverdreht die Lieder, die man uns mit süßen Stimmen vor Ewigkeiten in die unschuldigen Ohren geflötet hatte. Es war die Nacht nach Heiligabend, und wir fühlten uns stark und glücklich, weil wir den ganzen rührseligen Scheiß zuhause ohne Schaden überstanden hatten. Der tote Baum in Beppos Pub war mit gelben Plastikkugeln dekoriert, auf die Ilse, Beppos fette Freundin, dämliche Fratzen gemalt hatte. Es sah pervers aus. Wir brüllten vor Lachen, erleichtert, nicht länger in die feuchten Augen unserer glücklich lächelnden Mütter blicken zu müssen. Deren alljährliche Enttäuschung darüber, dass wir "jetzt schon?!" aufbrechen wollten, obgleich es doch wieder einmal so schön, so feierlich und friedlich, so gottverdammt schön war, gefiel uns, weil wir uns wichtig und überlegen fühlten. Wir bedauerten sie ein bisschen. Aber mehr Gefühl war uns lästig. Mehr Gefühl...

Ich schließe die Augen und sehe diesen gelben Baum, der mich anwidert, jetzt, viele Jahre später. Und ich sehe meine Mutter und lächle zurück. Ich verfluchtes Weichei. Max sehe ich auch. Er fliegt. Etwas fliegt. Fällt zu Boden, dann noch einmal, ich höre es sanft aufklatschen und fühle mich irgendwie absurd erleichtert. Ich weiß, was da liegt, kann nicht Max sein. Kein Mensch kriegt solch eine butterweiche Landung hin, nicht einmal Max Kellerhoff, dessen Kopf nicht größer als ein Granny Smith ist. Max fliegt immer noch. Was er vorausgeschickt hat, sind nur ein Schuh und seine Brille. Das vergammelte Heftpflaster hat den linken Bügel, an dem es klebte, tatsächlich gehalten, nur das Glas ist zersprungen. Ich mache mir Sorgen um Max. Der lächerliche kleine Scheißer weiß doch genau, dass er ohne Brille rettungslos verloren ist. Du selbstherrliches Arschloch, brülle ich ihm zu, was denkst Du, wer Du bist?! Du siehst doch gar nicht mehr, wo Dein feiger Flug hingeht. Aber dieser verdammte Idiot hört mir gar nicht zu. Blind rudert er einfach weiter, als würde er den Weg genau kennen. Der Wind reißt ihm noch in unmittelbarer Bodennähe die letzten Tränen aus den Augenwinkeln, dann schlägt er auf. Max placiert sich exakt einen Meter rechts von diesem kitschigen Springbrunnen vor dem Gebäudetrakt unserer Universität.

Ich weiß nicht, ob Max genau dort neben dem Springbrunnen landen wollte, aber ich bin mir sicher, dass es ihm wichtig war, nicht geradewegs hineinzuplumpsen. Es hätte einfach nur lächerlich ausgesehen, und er hätte sich geschämt, dort in dem Brunnen zu liegen und Wasserfontänen hilflos ausgeliefert zu sein, die sich munter mit seinem verdrehten Körper amüsieren. Vielleicht wäre Max in dem Brunnen nicht so sehr zerplatzt, und vermutlich wäre er auch sanfter aufgeklatscht, wenn auch nicht so sanft wie sein Schuh. Aber dieses scheußliche Geräusch, das er bei seiner Landung verursacht haben muss, war ihm, glaube ich, trotzdem lieber als der Gedanke im Moment des Todes, mal wieder und wenn auch nur zum letzten Mal eine Schießbudenfigur gewesen zu sein. Dieses abscheuliche Geräusch begleitet meine Träume, in denen mein Freund Max in der Nacht nach Heiligabend irgendwann vor Urzeiten wieder und wieder zerplatzt. Vielleicht, um seinen Platz in meinem Kopf zu finden, ohne mich angeklagt zu haben. Mag sein, ich übertreibe. Aber ich danke Gott dafür, nicht verflucht zu sein.



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Diese und weitere Geschichten gibt es in dem eBook "Rosen für Max" (Amazon Kindle und epub-Format) sowie in "Gottes kalte Gabe", welches als gedrucktes Buch und als eBook im epub-Format erhältlich ist.

Karin Reddemann: Rosen für Max
eBook für Amazon Kindle

Karin Reddemann
Rosen für Max
eBook für Amazon Kindle
eBook im epub-Format





gedrucktes Buch / eBook in epub-Format / eBook für Amazon Kindle

Karin Reddemann
Gottes kalte Gabe
ISBN 978-3-9809336-3-6 (Buchausgabe)
ISBN 978-3-939937-61-6 (eBook im epub-Format)
ASIN B00E7LARNS (eBook für Amazon Kindle)

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Geschichten, Erzählungen, Kurzgeschichte, Karin Reddemann, eBook, Buch, epub, Kindle eBook

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Montag, 8. Juli 2013

Haarige Geschichte

Eine haarige Kurzgeschichte

eBook: Die grasgrünen Haare. Ronald Henss

Ronald Henss
Die grasgrünen Haare

Dr. Ronald Henss Verlag
eBook Amazon Kindle

Kurze Leseprobe

... entsetzt muss Elfriede Wohlfahrt eines Morgens feststellen, dass ihr Haar über Nacht grasgrün geworden ist ... Sie ruft bei ihrer Tochter an ...

Als das Telefon klingelte, war Christina zunächst verwirrt, weil sie im ersten Moment dachte es sei der Wecker. 'Ach nein, das Telefon. Wer um Himmels willen ruft denn in aller Herrgottsfrühe an? Sicher wieder verwählt.' "Ja, Hallo! Hier Christina Hartmann."
"Christiina, Christiiinaa!"
Sofort wusste Christina, dass etwas Schlimmes passiert sein musste.
"Christina, du musst sofort herkommen! Es ist was Schreckliches passiert!"
So hatte Christina ihre Mutter noch nie erlebt. "Aber Mama, was ist denn los? Beruhige dich doch!"
"Komm her, komm! Mach dass du kommst!"
"Aber sag doch, was ist passiert?"
"... kann nicht ... selbst sehen ..."
"Mama! Um Gottes willen, Mama! Ich komme sofort. Mama, Mama!! Mama, halt durch!"
Voller Panik rannte Christina in den Flur, riss den Autoschlüssel vom Schlüsselbrett und schrie so laut sie konnte "Kaaarrrlll!! Ich muss sofort zu Mama. Es ist irgendwas Schreckliches passiert. Du musst dich um Jessi kümmern."
Ehe Karl antworten konnte, hörte er wie die Haustür zuknallte. Wie sollte er sich jetzt um Jessica kümmern, wo er doch um acht im Büro sein musste?
Elfriede Wohlfahrt ließ den Hörer zu Boden fallen. In panischer Angst rannte sie ins Bad und schnappte die Schere. Aber als sie eine der grasgrünen Locken abschneiden wollte, traf sie der Schlag. Das Haar ließ sich nicht abschneiden. So sehr sie sich auch bemühte - es gelang ihr einfach nicht, auch nur ein einziges Haar abzuschneiden. Als Elfriede Wohlfahrt in Ohnmacht fiel, hatte sie unfassbares Glück, dass sie sich weder mit der Schere verletzte noch mit dem Kopf an der Badewanne aufschlug.
Christina hatte gar nicht wahrgenommen, wie sie zum nahe gelegenen Haus ihrer Mutter gelangt war. Als auf ihr Sturmklingeln niemand aufmachte, schlug sie kurzerhand eine Scheibe ein und kletterte durchs Fenster. "Mama, Mama! Wo bist du? - Mama, Mama, so sag doch was. Bitte! Wo bist du?" Küche nein, Wohnzimmer nein, Schlafzimmer nein. Als Cristina ihre Mutter regungslos auf der Fußmatte im Bad liegen sah, war sie erleichtert und entsetzt zugleich. "Mama, Mama, was machst du denn für Sachen? Mama, wach auf!" Geistesgegenwärtig füllte sie den Zahnputzbecher mit kaltem Wasser und schüttete es ihrer Mutter ins Gesicht. "Mama, wach doch auf! Mama, Mama, was machst du denn für Sachen? Warum hast du dir bloß die Haare so schrecklich gefärbt?" Dann nur noch ein einziger hysterischer Schrei: "Mammmaaa!!!"

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Stichwörter: Kurzgeschichte, Haare, Haarfarben, Haargeschichte, Humor, witzige Kurzgeschichte, eBook, Kindle eBook, lustige Geschichte, haarige Geschichte
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Unsere Empfehlungen.

Sonntag, 7. Juli 2013

Eine heitere Liebesgeschichte

Wer nur Frösche küsst, verpasst die Drachen
Eine Kindergeschichte für Erwachsene


Patricia Koelle
Wer nur Frösche küsst, verpasst die Drachen
Eine Kindergeschichte für Erwachsene

eBook Amazon Kindle
ASIN B00DN5XVJQ

Cora Sommerlich verlässt überstürzt die Stadt, weil Kollege Ulli sich versehentlich in sie verliebt hat. Ulli geht gar nicht! Auf ihrer Flucht trifft Cora nicht nur den galanten Frederik Fehringstein, sondern auch auf ein Geheimnis in Großtante Anna-Marias Keller.
Eine Geschichte von Sommer, Liebe und Wundern.
Aber Vorsicht: Wenn Sie zu den Erwachsenen gehören, die vergessen haben, dass es Drachen gibt, lesen Sie auf eigene Gefahr weiter.

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Eine kleine Leseprobe

Josephus Kniesmeier hatte einen Staubsauger erfunden, der mit wichtigtuerischem Piepen Alarm schlug, wenn auf seinem Weg ein Krümel liegenblieb, weil der Staubsaugende die Bürste nicht sorgfältig genug über den Boden führte. Oder der Krümel im Teppich haftete, weil er klebrig war. Oder es dem Staubsaugenden nicht so wichtig war, ob der eine oder andere Krümel liegenblieb, da es ihm mehr um den Gesamteindruck ging, wenn die Schwiegermutter zu Besuch kam.

Josephus Kniesmeier gründete eine Fabrik – nun ja, ein Fabrikchen. Aber das glänzende Schild am Eingang änderte nichts daran, dass der TurboPerfekt-Akustiksauger nicht zum Verkaufsschlager wurde. Und das, obwohl Josephus Kniesmeier auch ein Handmodell für das Auto oder den Wohnwagen entwickelte. Männer fühlten sich von dem schrillen Piepen kritisiert und Frauen bevormundet.

Anna-Maria Sommerlich hätte ihren Chef gern gegen einen TurboPerfekt-Akustiksauger eingetauscht. Er kritisierte und bevormundete sie ebenfalls, aber er piepte nicht, sondern brüllte sie an und fuchtelte dabei wild mit dem Modell „Mini-TurboPerfekt-Akustiksauger“. Josephus Kniesmeier war jähzornig, und da dies bei seinem Vater und Großvater ebenso gewesen war, hielt er das für eine normale, kaum verzichtbare männliche Pflicht.

Anna-Maria begegnete dem mit Ruhe; Josephus Kniesmeier war nicht das einzige männliche Modell des Homo Sapiens, mit dem sie Erfahrungen gesammelt hatte, und sie konnte fast so gut mit ihm umgehen wie mit dem TurboPerfekt-Akustiksauger. Doch als sich ihr die Gelegenheit einer leiseren Tätigkeit bot, wurde sie ein einziges Mal laut, als sie ihre Kündigung auf den Tisch legte und die Tür zuknallte. Wer sich in Zukunft um Josephus Kniesmeieres Akustik kümmerte war ihr völlig schnuppe. Schade war es nur um Josephus Kniesmeiers sensationelle Grübchen, die außer Anna-Maria wohl nie jemand zu Gesicht bekommen hatte. Aber er war einfach zu geizig damit – und nicht nur mit den Grübchen. Der TurboPerfekt-Akustiksauger hingegen leistete ihr noch jahrelang treue Dienste, nachdem sie ihm mit einem sicheren Schnitt ihrer Kneifzange das Piepen abgewöhnt hatte – ein Kniff, den sie auch der sympathischen Sorte Kunde gezeigt hatte.

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Dienstag, 11. Juni 2013

Leseprobe

Patricia Koelle: Das Meer in deinem Namen -- Band 1 der Ostsee-Trilogie

Patricia Koelle: Das Meer in deinem Namen. Roman
Prolog


Carly starrte auf das fingerlange Schiff in ihrer Hand. Es war das persönlichste Geschenk, das Thore ihr je gemacht hatte. Als der Bus in eine Kurve fuhr, ließ ein Sonnenstrahl den Rumpf honiggolden aufleuchten. Er war aus Bernstein gefertigt. Die Segel aber, die sich in einem unhörbaren zeitlosen Wind blähten, waren aus Silber. Sie spiegelten das Licht und warfen Funken an die schmutzige Buswand.

Der Bus bewegte sich auf der Landstraße vorwärts wie ein Tropfen, der einen Faden herunter, aber bestimmt nicht wieder hinauf läuft. Die Straße zerschnitt Carlys Leben in zwei Teile. Hinter ihr blieben ihre Freunde zurück und ihre große, aussichtslose Liebe. Vor ihr lag ein unbekanntes Ziel am Meer. Um es zu erreichen, musste sie nicht nur ein uraltes Tabu brechen, sondern obendrein Tante Alissa anlügen, die ihr ein Leben lang Vater und Mutter ersetzt hatte.

Das Schiff war schuld daran, dass sie hier war, wo sie nicht sein durfte. Schuld daran, dass sie Thores Bitte und endlich ihrer eigenen, verbotenen Sehnsucht gefolgt war.

Sie konnte sich nicht sattsehen daran, wie das Licht im Inneren des Bernsteins schimmerte. Winzig entdeckte sie ihr Spiegelbild darin, das ihr ratlos entgegenblickte. Doch seltsam – was war das? Neben ihrem eigenen Gesicht sah sie ein zweites. Es war älter und ganz gewiss nicht ihres, und es lächelte sie an.

Carly drehte sich um, sicher, dass jemand aus der Sitzreihe hinter ihr über die Lehne blickte.

Aber dort saß niemand. Alle drei Doppelsitze hinter ihr waren frei. Der Bus war nur spärlich besetzt.

Verwirrt richtete sie ihren Blick wieder auf den Bernstein. Doch auf der blanken Oberfläche war nur ihr eigenes Gesicht zu sehen und ganz im Inneren ein Schatten, der vom Bug zum Kiel huschte und verschwand.

Wahrscheinlich fehlte ihr Schlaf. Gegrübelt hatte sie reichlich während der letzten warmen Nächte. Sie steckte das Schiff behutsam in ihre Tasche, kuschelte sich in den Winkel, schloss die Augen und dachte an den Sommernachmittag vor kaum zwei Wochen zurück, als sich alles zu verändern begann und ihr Leben zum zweiten Mal unaufhaltsam ins Rutschen kam.

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Sonntag, 26. Mai 2013

Buch-Neuerscheinungen



Bücher - Neuerscheinungen - Juni 2013


→ Patricia Koelle: Das Meer in deinem Namen. Roman
→ Patricia Koelle: Die eine, große Geschichte. Roman
→ Patricia Koelle: Die Nacht ist ein Klavier. Kurzroman
→ Gertrud Scherf: Signaturen. Mysteriöse Geschichten


Übrigens: Alle Titel sind auch als eBook in der Amazon Kindle Edition erhältlich, "Signaturen" gibt es darüber hinaus auch als eBook im epub-Format.

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Patricia Koelle: Das Meer in deinem Namen



Patricia Koelle
Das Meer in deinem Namen
Roman



Amazon eBook-Bestseller Platz 1
"Best of Kindle-Deal der Woche im Jahr 2013"



Das Meer in deinem Namen
© Patricia Koelle

Carly ist bei ihrer kauzigen und übervorsichtigen Tante Alissa aufgewachsen, weil ihre Eltern früh ums Leben kamen. Niemand spricht darüber, wie es geschah, weder Tante Alissa noch Carlys distanzierter Bruder Ralph. Der Tod – der dennoch immer wieder seinen Kopf in Carlys Leben steckt – ist ebenso tabu wie alles, was mit dem Meer zusammenhängt. Ausgerechnet nach dem Meer aber sehnt sich Carly ihre ganze Kindheit hindurch. Nun ist sie erwachsen und unglücklich in ihren Chef verliebt. Als sie mit ihrer Ausbildung fertig und arbeitslos ist, macht ausgerechnet er ihr ein Angebot: Er hat ein altes Haus am Meer geerbt, das sie aufräumen und für den Verkauf vorbereiten soll. Vier Spätsommerwochen hat sie dafür Zeit. Das ist Carlys Chance, heimlich ihrer Sehnsucht zu folgen und sich ihrer Angst und ihren verschwommenen Erinnerungen zu stellen. Vielleicht auch eine Gelegenheit, Abstand von ihrer alten Liebe zu gewinnen.
Doch kaum angekommen, stellt sie fest, dass ein Mann spurlos verschwunden ist. Wie offenbar damals ihre Eltern. Und nicht nur das, sie fühlt sich der Frau, die in dem Haus gewohnt hat, seltsam nahe. Immer wieder findet sie Notizen von dieser gewissen Henny Badonin, der sie angeblich ähnlich sieht. Auch von dem verschwundenen Joram Grafunder, offenbar Henny Badonins Freund, tauchen überall Briefe auf.
Hier am Meer scheint es so zu sein, dass die Toten nicht so unerreichbar weit fort sind wie gedacht. Nach und nach gewinnt Carly Erinnerungen an ihre Eltern zurück. Umso entschlossener ist sie, herauszufinden, was mit Joram Grafunder passiert ist, der sie fasziniert. Ob ihr das in der kurzen Zeit, die sie in dem Haus noch hat, gelingen wird? Und ob sie dabei entdecken kann, was sie mit ihrer Zukunft anfangen will?
Allein ist sie nicht mit ihren Problemen. Carlys Mut zu Neuem löst in ihrem Bruder eine erstaunliche Verwandlung aus. Und in dem Dorf an der Ostsee lernt sie neue Freunde kennen. Da sind die Nachbarin Myra, die Männer hasst, Daniel mit dem Teeladen und Jakob, der der Kapitän sein könnte, von dem Carly heimlich geträumt hat. Der weise alte Flömer und Harry, mit dem man Pferde stehlen kann. Und dann der merkwürdige Mann mit den hellen Augen, der manchmal am Strand gesichtet wird und von dem es heißt, er würde immer dann erscheinen, wenn eine Sturmflut bevorsteht …

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Patricia Koelles Blog zum Buch - Naurulokki-Trilogie
Blog zum Buch - Naurulokki-Trilogie

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Dienstag, 14. April 2009

Patricia Koelle: Die Füße der Sterne

Patricia Koelle: Die Füße der Sterne
Patricia Koelle
Die Füße der Sterne

Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-04-3 (Buch)
ISBN 978-3-939937-55-5 (eBook EPUB)

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Leseprobe: Himmel auf Abwegen

Es war ihre immer tiefere Traurigkeit, die ihn beunruhigte. Selbst wenn die Beleuchtung im Kuppelsaal ausgeschaltet war und die Vorführung lief, konnte er sie spüren.
Er kannte die zierliche Frau, deren Haar- und Augenfarbe ihn an ein Fohlen erinnerten, das ein Gefährte seiner Kindheit gewesen war, nur vom Sehen. Aber es machte ihm trotzdem zu schaffen. Denn Robin war ein Reparierer, einer, der die Dinge in Ordnung bringt. Er hatte keinen Doktortitel, kein Studium, gar nichts, und doch war er inzwischen im Planetarium für fast alles zuständig. Er kannte sich als Einziger wirklich mit dem riesigen schwarzen Projektor aus, der sich allabendlich wie ein urzeitliches Monsterinsekt summend aus dem Fußboden erhob, um seine Sternbilder an die Kuppel zu werfen und die Menschen auf eine Reise in den Himmel und durch die Zeit zu entführen.
Es war nicht das neueste Modell. Heutzutage haben die modernen Projektoren eine Kugelform. Dieser hier hatte noch die alte eines riesigen Knochens, der sich in fast allen Richtungen um die eigene Achse drehen konnte. Die Verdickungen an jedem Ende waren bedeckt von unzähligen Linsen. Sie wirkten wie große, weise und kleine, listige Augen.
Robin kannte jede Eigenheit des Apparats. Er polierte und justierte die Linsen, befreite Ritzen von Staub, lötete defekte Kabel, tauschte durchgebrannte Lampen aus, sortierte Dias, ordnete Sternenfelder, hielt Gelenke gängig. Er kratzte aber ebenso Kaugummis vom Teppich, beruhigte nervöse Vortragende und sorgte dafür, dass ein volles Wasserglas für sie bereitstand.
Robin war es auch, der am Eingang der Kuppel die Eintrittskarten abriss. Daher kannte er die Stammgäste und wechselte mit dem einen oder anderen oft ein freundliches Wort. Der Blick dieser Frau bekümmerte ihn mehr und mehr. Außer „Guten Abend“ sagte sie nie einen Ton.
Zuerst kam sie nur mittwochs, zu den Sondervorträgen, die jede Woche ein anderes Thema hatten. Kometen, neu entdeckte Galaxien, das gigantische Hubble-Teleskop, die aktuellen Bilder, die die Mars-Sonde zur Erde funkte. In der ersten Zeit hörte sie aufmerksam zu, war voller Begeisterung, selbst wenn es um Pulsare, Quasare und Veränderliche ging und zwei Drittel des Publikums schon weggedöst war. Ihre Augen waren voller Licht, wenn sie zur Kuppel aufblickten und die Wege der Kometen oder Sternennebel verfolgten, die der Projektor so täuschend echt vorgaukelte.
Doch mit den Jahren war es, als ginge der Strom verloren und mit ihm das Leuchten in ihrem Gesicht. Robin hatte den unsinnigen Gedanken, es müsse vielleicht nur eine Batterie aufgeladen oder die Glühbirne ausgetauscht werden. Er hätte es gern getan, wenn es nur so einfach gewesen wäre. Für jedes Problem hatte er normalerweise eine Lösung, aber hier war er ratlos.

... wie diese Geschichte weitergeht, erfahren Sie in dem Buch / eBook Die Füße der Sterne ...

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